Anleiherenditen erlebten am Freitag einen deutlichen Anstieg, nachdem US-Präsident Donald Trump andeutete, dass Kevin Hassett, ein führender Wirtschaftsberater, wahrscheinlich im Weißen Haus bleiben würde, was die Markterwartungen hinsichtlich des nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve veränderte. Die Stimmungsänderung hat Spekulationen befeuert, dass Kevin Warsh, ein ehemaliger Fed-Gouverneur, der von vielen an der Wall Street als eher falkenhaft wahrgenommen wird, nun einen klareren Weg hat, Jerome Powell zu beerben, dessen Amtszeit als Vorsitzender am 15. Mai endet.
Trumps Äußerungen fielen während einer Veranstaltung im Weißen Haus, bei der er sich öffentlich an Hassett, den Direktor des National Economic Council, wandte und erklärte: "Ich möchte dich eigentlich dort behalten, wo du bist, wenn du die Wahrheit wissen willst." Obwohl es sich nicht um eine definitive Aussage handelte, haben die Kommentare des Präsidenten das wahrgenommene Bild der Suche nach dem Fed-Vorsitzenden, einer Position von immensem globalen finanziellem Einfluss, erheblich beeinflusst.
Die Federal Reserve, die Zentralbank der Vereinigten Staaten, spielt eine entscheidende Rolle bei der Steuerung der größten Volkswirtschaft der Welt und der Beeinflussung der globalen Finanzmärkte durch ihre geldpolitischen Entscheidungen. Diese Entscheidungen, einschließlich der Festlegung von Zinssätzen und der Steuerung der Geldmenge, haben Auswirkungen auf den internationalen Handel, die Investitionsströme und die Währungsbewertungen. Von einem eher falkenhaften Fed-Vorsitzenden wie Warsh wird im Allgemeinen erwartet, dass er eine straffere Geldpolitik befürwortet, was potenziell zu höheren Zinssätzen und einem stärkeren US-Dollar führen könnte, was sich auf Schwellenländer und Länder mit auf Dollar lautenden Schulden auswirken würde.
Hassett galt aufgrund seiner bestehenden Beziehung zu Trump und seiner Amtszeit innerhalb der Regierung als einer der Favoriten. Letzten Monat erwähnte Trump Hassett selbst als potenziellen Kandidaten. Die offensichtliche Meinungsänderung des Präsidenten hat daher erhebliche Unsicherheit in den Auswahlprozess gebracht.
Die Auswirkungen dieser potenziellen Verschiebung reichen über die Grenzen der USA hinaus. Viele internationale Beobachter verfolgen die Wahl des Fed-Vorsitzenden aufmerksam, da die Politik des gewählten Kandidaten die globale Wirtschaftsstabilität erheblich beeinflussen kann. Insbesondere Schwellenländer reagieren empfindlich auf Änderungen der US-Zinssätze, die sich auf Kapitalflüsse und Schuldendienstkosten auswirken können.
Obwohl Powells Amtszeit im Mai endet, behält er die Möglichkeit, als Gouverneur im Board zu bleiben, ein ungewöhnliches, aber nicht beispielloses Szenario. Das Weiße Haus hat noch keinen endgültigen Zeitplan für die Nominierung des Fed-Vorsitzenden bekannt gegeben, so dass die Finanzmärkte weiterhin über die zukünftige Führung dieser wichtigen Institution spekulieren. Es wird erwartet, dass die kommenden Wochen weitere Klarheit bringen werden, da das Weiße Haus diese wichtige Entscheidung steuert.
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