Führende christliche Würdenträger in Jerusalem haben am Samstag vor Einmischung von außen gewarnt, die die Einheit und Zukunft des Christentums im Heiligen Land bedroht, und dabei insbesondere den christlichen Zionismus und mit Israel verbundene politische Akteure genannt. Die Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem veröffentlichten eine Erklärung, in der sie feststellten, dass die jüngsten Aktivitäten lokaler Personen, die Ideologien wie den christlichen Zionismus fördern, die Öffentlichkeit in die Irre führen, Verwirrung stiften und die Einheit ihrer Gemeinschaft schädigen.
Die von prominenten Persönlichkeiten wie dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III., unterzeichnete Erklärung nannte keine konkreten Personen oder Organisationen. Sie verurteilte jedoch im Allgemeinen diejenigen, die nach Ansicht der Kirchenoberhäupter unter dem Deckmantel religiöser Überzeugung eine politische Agenda verfolgen. Die Kirchenoberhäupter argumentieren, dass der christliche Zionismus, der oft den Glauben an die Notwendigkeit der jüdischen Kontrolle über das Heilige Land als Voraussetzung für die Wiederkunft Christi beinhaltet, die christlichen Kernlehren verzerrt.
"Diese Ideologien untergraben die echte christliche Präsenz in Jerusalem und im Heiligen Land", heißt es in der Erklärung. "Sie schaffen Spaltung und Feindseligkeit, wo Einheit und Liebe herrschen sollten."
Der christliche Zionismus hat zwar theologische Wurzeln, ist aber zunehmend mit politischen Bewegungen verwoben, die die israelische Politik unterstützen. Diese Ausrichtung, so argumentieren Kritiker, übersieht oft die Notlage palästinensischer Christen und Muslime, die in der Region leben. Die Jerusalemer Kirchenoberhäupter äußerten die Besorgnis, dass die Förderung christlich-zionistischer Ideologien zum anhaltenden israelisch-palästinensischen Konflikt beiträgt und die Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden untergräbt.
Die Erklärung der Kirchen kommt inmitten anhaltender Spannungen in Jerusalem und im Westjordanland. Der israelisch-palästinensische Konflikt schürt weiterhin politische und religiöse Spaltungen. Die christliche Gemeinschaft im Heiligen Land ist zwar relativ klein, spielt aber eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des interreligiösen Dialogs und dem Eintreten für den Frieden.
Die Warnung der Jerusalemer Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen unterstreicht eine wachsende Besorgnis innerhalb der christlichen Gemeinschaft über die Auswirkungen politisierter religiöser Überzeugungen auf die Region. Die Oberhäupter riefen Christen weltweit dazu auf, sich der potenziellen Manipulation bewusst zu sein und Bemühungen zu unterstützen, die Versöhnung und Verständigung im Heiligen Land fördern. Die Kirchen planen, sich weiterhin mit religiösen und politischen Führern auszutauschen, um diese Bedenken auszuräumen und eine Vision des friedlichen Zusammenlebens zu fördern.
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