Trotz erheblicher Investitionen in digitale Plattformen stellt die Automobilindustrie fest, dass sich die Verbraucher weitgehend gegen eine vollständige Verlagerung zum Online-Autokauf wehren. Während viele anfangs Interesse an der Bequemlichkeit einer vollständig online abgewickelten Transaktion bekunden, bevorzugt die überwiegende Mehrheit weiterhin das traditionelle persönliche Erlebnis.
Die diesen Monat veröffentlichten Daten von Cox Automotive zeigten eine erhebliche Diskrepanz zwischen Absicht und Handlung. Achtundzwanzig Prozent der Autokäufer beabsichtigten ursprünglich, den gesamten Kauf online abzuwickeln, aber nur 7 Prozent taten dies tatsächlich. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte aller Autokäufe immer noch vollständig persönlich abgewickelt werden. Diese Zurückhaltung, digitale Kanäle vollständig zu nutzen, wird durch eine separate Umfrage vom letzten Herbst unterstrichen, die ergab, dass etwas mehr als die Hälfte der Autokäufer es vorzog, Papierdokumente physisch zu unterschreiben. Eine weitere Umfrage im Dezember zeigte, dass 86 Prozent der Käufer ein Fahrzeug vor dem Kauf weiterhin physisch inspizieren möchten.
Diese Präferenz für die persönliche Interaktion hat erhebliche Auswirkungen auf die Automobilindustrie. Autohäuser bleiben trotz Investitionen in Online-Verkaufstools ein entscheidender Faktor im Autokaufprozess. Unternehmen wie Cox Automotive, die digitale Verkaufsprodukte für Autohäuser entwickeln, bewegen sich in einem komplexen Umfeld. Ihre Produkte zielen darauf ab, Online-Transaktionen zu erleichtern, aber die niedrige Abschlussquote deutet darauf hin, dass diese Tools in erster Linie dazu dienen, das traditionelle Autohaus-Erlebnis zu ergänzen und nicht zu ersetzen.
Cox Automotive, ein Marktforschungsunternehmen und Entwickler digitaler Autoverkaufsprodukte, verfügt über einzigartige Einblicke in das Kaufverhalten der Verbraucher. Ihre Position gibt ihnen ein Interesse am Ausgang der digitalen Transformation des Autoverkaufs. Erin Lomax, Vice President of Consumer Marketing bei Cox Automotive, merkte an, dass Verbraucher immer noch Wert darauf legen, ein Auto vor einer so bedeutenden finanziellen Verpflichtung sehen, fühlen und Probe fahren zu können.
Mit Blick auf die Zukunft wird die Automobilindustrie wahrscheinlich weiterhin einen hybriden Ansatz verfolgen, der Online-Tools mit dem traditionellen Autohaus-Erlebnis verbindet. Die Herausforderung besteht darin, das Online-Erlebnis zu optimieren, um Bedenken der Verbraucher hinsichtlich Transparenz, Fahrzeugzustand und der Möglichkeit, ein Auto physisch zu inspizieren und Probe zu fahren, auszuräumen. Die Zukunft des Autokaufs scheint weniger in einer vollständigen digitalen Übernahme zu liegen, sondern vielmehr in der Integration digitaler Tools zur Verbesserung des persönlichen Erlebnisses.
Discussion
Join the conversation
Be the first to comment