Die globalen Märkte haben im letzten Jahrzehnt eine bedeutende Neuausrichtung erfahren, angetrieben von politischen Entscheidungen, die die Handelsmuster umgestaltet und die Ungleichheiten weltweit verschärft haben. Das neueste Buch des Ökonomen Branko Milanovic, "The Great Global Transformation: National Market Liberalism in a Multipolar World", analysiert diese Verschiebungen und hebt die Stagnation der Einkommen für viele in den Vereinigten Staaten und anderen entwickelten Nationen hervor.
Milanovics Forschung, die sich auf Daten der Weltbank und anderer Quellen stützt, zeigt, dass die Globalisierung zwar ein beispielloses Einkommenswachstum für zuvor verarmte Bevölkerungsgruppen, insbesondere in China, und für die wohlhabendsten Einzelpersonen weltweit, insbesondere im Westen, bewirkt hat, ein erheblicher Teil der Bevölkerung in den entwickelten Ländern jedoch Einkommensstagnation oder -rückgang erlebt hat. Diese Divergenz hat ein Gefühl wirtschaftlicher Unsicherheit und Verbitterung geschürt und zum Aufstieg von Nationalismus und protektionistischer Politik beigetragen.
Die Marktauswirkungen dieses Trends sind beträchtlich. Da die Einkommen für große Teile der Bevölkerung in den entwickelten Volkswirtschaften stagnieren, verlangsamt sich die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, was sich auf die Rentabilität und Investitionen der Unternehmen auswirkt. Dies wiederum erzeugt Druck auf die Unternehmen, Kosteneffizienz zu suchen, oft durch Automatisierung oder Auslagerung, was die Einkommensungleichheit weiter verschärft. Der Aufstieg des Nationalismus führt auch zu Handelsbarrieren und protektionistischen Maßnahmen, die globale Lieferketten unterbrechen und die Kosten für Unternehmen erhöhen.
Die aktuelle Situation ist eine Abkehr vom späten zwanzigsten und frühen einundzwanzigsten Jahrhundert, als die Globalisierung weithin als eine Kraft der wirtschaftlichen Konvergenz angesehen wurde. Die Vorteile der Globalisierung sind jedoch nicht gleichmäßig verteilt worden, was zu einer Gegenreaktion gegen Freihandel und internationale Zusammenarbeit geführt hat. Dies hat ein fragmentierteres und unsichereres globales Geschäftsumfeld geschaffen.
Mit Blick auf die Zukunft dürfte sich der Trend zu Nationalismus und Protektionismus fortsetzen, angetrieben von anhaltender Einkommensungleichheit und einem Mangel an politischem Konsens darüber, wie diese zu beheben ist. Unternehmen müssen sich an diese neue Realität anpassen, indem sie ihre Lieferketten diversifizieren, in Automatisierung investieren und sich auf Märkte mit stärkerem Wachstumspotenzial konzentrieren. Die zukünftige globale Landschaft wird wahrscheinlich von einer verstärkten Regionalisierung und einer stärkeren Betonung nationaler wirtschaftlicher Interessen geprägt sein.
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