ActionAid UK überdenkt sein Kinderpatenschaftsprogramm, ein Schritt, der eine bedeutende Verschiebung in der Fundraising-Strategie der Wohltätigkeitsorganisation und eine umfassendere Neubewertung der Hilfsmodelle im Entwicklungssektor signalisiert. Die Organisation zielt darauf ab, ihre Arbeit zu "entkolonialisieren", indem sie sich von dem entfernt, was sie als transaktionale Beziehung betrachtet, bei der Spender einzelne Kinder auswählen, die sie unterstützen.
Dieser strategische Schwenk erfolgt, nachdem Taahra Ghazi und Hannah Bond diesen Monat die Leitung von ActionAid als neue Co-Geschäftsführerinnen übernommen haben. Sie setzen sich für eine Verlagerung hin zu langfristigen, basisorientierten Finanzierungsmodellen ein, die Solidarität und Partnerschaft mit globalen Bewegungen priorisieren, anstatt sich auf individuelle Patenschaften zu verlassen. Ghazi kritisierte insbesondere die Praxis, Spender zu bitten, ein Bild eines braunen oder schwarzen Kindes auszuwählen, und bezeichnete dies als eine "sehr transaktionale Beziehung".
Während konkrete Finanzzahlen zum aktuellen Umsatzbeitrag des Kinderpatenschaftsprogramms nicht offengelegt wurden, ist das Programm seit seiner Einführung im Jahr 1972 ein Eckpfeiler der Fundraising-Bemühungen von ActionAid. Die Abkehr von diesem Modell könnte sich auf die Einnahmequellen der Wohltätigkeitsorganisation auswirken und die Entwicklung neuer Fundraising-Strategien erfordern, um ihren operativen Haushalt aufrechtzuerhalten. Die Organisation wird wahrscheinlich in Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen investieren müssen, um Spender über den neuen Ansatz aufzuklären und sie zu ermutigen, umfassendere, gemeinschaftsbasierte Initiativen zu unterstützen.
Diese Entscheidung von ActionAid spiegelt ein wachsendes Bewusstsein innerhalb des Entwicklungssektors für das Potenzial paternalistischer und rassistischer Untertöne in traditionellen Hilfsmodellen wider. Kritiker argumentieren, dass Kinderpatenschaftsprogramme eine Erzählung der Abhängigkeit aufrechterhalten und Machtungleichgewichte zwischen Spendern und Empfängern verstärken können. Der Übergang zur Basis-Finanzierung zielt darauf ab, lokale Gemeinschaften und Organisationen zu befähigen, ihre eigenen Entwicklungsagenden voranzutreiben und so mehr Nachhaltigkeit und Eigenverantwortung zu fördern.
Die Initiative von ActionAid könnte andere Entwicklungsorganisationen dazu bewegen, ihre Fundraising-Strategien neu zu bewerten und alternative Modelle in Betracht zu ziehen, die die Stärkung der Gemeinschaft und langfristige Nachhaltigkeit priorisieren. Der Erfolg dieses Übergangs wird davon abhängen, inwieweit ActionAid in der Lage ist, seine neue Vision effektiv an Spender zu kommunizieren und Vertrauen in seine Fähigkeit aufzubauen, durch Basispartnerschaften wirkungsvolle Ergebnisse zu erzielen. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob diese Verlagerung hin zur "Entkolonialisierung" der Hilfe zu gerechteren und effektiveren Entwicklungsergebnissen führen kann.
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