Ubisoft hat diese Woche einen herben Schlag erlitten und die Einstellung von sechs unveröffentlichten Titeln bekannt gegeben, darunter ein Remake des beliebten "Prince of Persia: The Sands of Time", sowie die Schließung mehrerer Studios. Der Schritt, der am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt gegeben wurde, schickte Schockwellen durch die Gaming-Community, die an die Schließung von Visceral Games durch EA erinnerte, wodurch deren mit Spannung erwartetes Star Wars-Projekt effektiv auf Eis gelegt wurde.
Die eingestellten Spiele, zu denen auch "Splinter Cell VR" und "Ghost Recon Frontline" gehören, stellen eine bedeutende strategische Verschiebung für das Unternehmen dar, die sich auf die prognostizierten Einnahmequellen und zukünftigen Veröffentlichungspläne auswirkt. "Diese Entscheidung ist zwar schwierig, aber ein notwendiger Schritt für Ubisoft, um seine Ressourcen auf wichtige Franchises und langfristiges Wachstum zu konzentrieren", sagte Ubisoft CFO Frederick Duguet in einer Telefonkonferenz mit Investoren. Duguets Aussage spiegelt ähnliche Äußerungen anderer Gaming-Giganten wider, die angesichts der schwankenden Marktbedingungen in letzter Zeit den Gürtel enger geschnallt haben.
Das Remake von "Prince of Persia: The Sands of Time", das ursprünglich im Jahr 2020 angekündigt wurde, hatte bereits mehrere Verzögerungen und einen Wechsel der Entwicklungsteams hinter sich. Die schwierige Entwicklung des Projekts spiegelt die Herausforderungen wider, vor denen andere ehrgeizige Remakes stehen, wie z. B. der holprige Start von "Final Fantasy VII Remake", und verdeutlicht den Druck, sowohl das Original zu ehren als auch für ein modernes Publikum Innovationen zu schaffen. Das Original "Sands of Time", das im Jahr 2003 veröffentlicht wurde, gilt als Klassiker und kann eine Metacritic-Wertung von 92 vorweisen, eine Messlatte, die das Remake nur schwer erreichen konnte.
Es wird erwartet, dass sich die Studioschließungen, die in Bezug auf die spezifischen Standorte nicht explizit aufgeführt werden, auf die Entwicklungskapazität in verschiedenen Regionen auswirken werden. Diese Verkleinerung ist eine gängige Taktik in der Branche, die oft auf Perioden schlechter Leistung oder strategischer Neuausrichtung folgt, ähnlich wie bei der Umstrukturierung der E-Sport-Abteilung von Activision Blizzard im Jahr 2019.
Die Streichungen und Schließungen sind Teil von Ubisofts umfassenderem Plan, Kosten zu senken und Abläufe zu rationalisieren, um sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu behaupten. Das Unternehmen setzt auf kommende Veröffentlichungen wie "Assassin's Creed Mirage" und "Avatar: Frontiers of Pandora", um sein Portfolio zu revitalisieren und wieder an Schwung zu gewinnen. "Wir sind zuversichtlich, dass diese Veränderungen es uns ermöglichen werden, qualitativ hochwertige Spiele und Erlebnisse zu liefern, die bei den Spielern Anklang finden", fügte Duguet hinzu.
Die Zukunft des "Prince of Persia"-Franchise bleibt ungewiss, so dass sich die Fans fragen, ob der Sand der Zeit jemals wieder fließen wird. Ubisoft hat nicht ausgeschlossen, das Projekt in Zukunft wieder aufzugreifen, aber im Moment heißt es: Game Over.
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