Weltweit konzentrieren sich Regierungen zunehmend darauf, den Zugang von Kindern zu Social-Media-Plattformen einzuschränken, was Fragen nach der Fähigkeit dieser Plattformen aufwirft, ihre eigenen Altersbeschränkungen durchzusetzen. TikTok hat kürzlich ein neues System zur Alterserkennung für europäische Nutzer vorgestellt, das verhindern soll, dass Kinder unter 13 Jahren auf die Plattform zugreifen.
Das System, das auf einen einjährigen Testlauf im Vereinigten Königreich folgt, verwendet eine Kombination aus Profilinformationen, Inhaltsanalyse und Verhaltensmustern, um festzustellen, ob ein Konto möglicherweise einem Minderjährigen gehört. TikTok verlangt, dass Nutzer mindestens 13 Jahre alt sind, um ein Konto zu erstellen. Das Unternehmen erklärte, dass das System zur Alterserkennung Nutzer nicht automatisch sperrt. Stattdessen werden Konten, die als potenziell minderjährigen Nutzern zugehörig gekennzeichnet sind, von menschlichen Moderatoren überprüft. TikTok reagierte nicht auf Anfragen nach weiteren Kommentaren.
Die europäische Einführung erfolgt inmitten einer globalen Diskussion über die potenziellen negativen Auswirkungen von Social Media auf Kinder. Gesetzgeber in verschiedenen Ländern erwägen strengere altersbasierte Vorschriften für die Nutzung von Social Media. Dies spiegelt wachsende Bedenken hinsichtlich Problemen wie Cybermobbing, dem Ausgesetztsein unangemessener Inhalte und dem Suchtpotenzial wider.
Die Debatte über die Altersverifikation ist nicht neu. Viele Länder haben bestehende Gesetze zum Online-Datenschutz von Kindern, wie z. B. den Children's Online Privacy Protection Act (COPPA) in den Vereinigten Staaten. Die Durchsetzung dieser Gesetze im Kontext globaler Social-Media-Plattformen stellt jedoch erhebliche Herausforderungen dar. Unterschiedliche kulturelle Normen und rechtliche Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern erhöhen die Komplexität des Problems. Was in einem Land als angemessener Inhalt für Kinder gilt, kann in einem anderen Land als schädlich angesehen werden.
Die Wirksamkeit des neuen Systems von TikTok bleibt abzuwarten. Einige Experten bezweifeln, ob es ausreicht, sich auf Profildaten und Verhaltenssignale zu verlassen, um minderjährige Nutzer genau zu identifizieren, da Kinder möglicherweise versuchen, diese Maßnahmen zu umgehen. Andere argumentieren, dass die Überprüfung durch Menschen eine notwendige Komponente ist, um Fairness und Genauigkeit zu gewährleisten. Die Einführung dieses Systems in Europa wird von Aufsichtsbehörden und anderen Social-Media-Plattformen auf der ganzen Welt genau beobachtet werden, da sie mit der Herausforderung zu kämpfen haben, Kinder online zu schützen.
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