Der Wirtschaftsberater von Trump, Kevin Hassett, kritisierte am Sonntag den Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, dafür, dass er die Zinsen "ausser Kontrolle" geraten lasse, was die Erschwinglichkeitsprobleme für Amerikaner, die mit hohen Hypothekenzinsen und Mieten konfrontiert sind, noch verschärfe. Hassetts Äusserungen, die er in "The Sunday Briefing" machte, fallen inmitten zunehmender politischer Spannungen im Zusammenhang mit einer Untersuchung des Justizministeriums, die sich Berichten zufolge gegen Powell richtet, und einer erneuten Debatte über die frühere Erwägung von Kevin Warsh durch Präsident Trump für den Posten des Fed-Chefs.
Hassett argumentierte, dass die Fed unter Powells Führung von einem umsichtigen Kurs abgewichen sei, was zu wirtschaftlichen Belastungen geführt habe. "Das grösste Erschwinglichkeitsproblem, das Amerikaner haben, sind hohe Hypothekenzinsen, hohe Mieten, die durch den enormen Anstieg der Zinssätze entstanden sind, nachdem Joe Biden und Jay Powell die Zinsen ausser Kontrolle geraten liessen", erklärte er. Er plädierte dafür, dass die Fed niedrigen Zinsen und Arbeitslosigkeit Priorität einräumt und gleichzeitig ihre Bilanz durch traditionelle, weniger disruptive Methoden reduziert.
Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die globalen Zentralbanken mit dem Ausgleich zwischen Inflationskontrolle und Wirtschaftswachstum zu kämpfen haben. Die Europäische Zentralbank beispielsweise sah sich mit ähnlicher Kritik konfrontiert, als sie die Zinspolitik in der Eurozone steuerte, wo die Mitgliedstaaten unterschiedliche Grade wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit aufweisen. In den Schwellenländern haben aggressive Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve oft Kapitalflucht und Währungsabwertung ausgelöst, was die wirtschaftliche Instabilität noch verstärkt hat.
Die Debatte über Warshs potenzielle Nominierung als Fed-Chef unterstreicht eine breitere Diskussion über die politische Unabhängigkeit der Zentralbanken. Weltweit wird die Unabhängigkeit der Zentralbanken als entscheidend für die Aufrechterhaltung der Glaubwürdigkeit und die effektive Steuerung der Geldpolitik angesehen, da sie Entscheidungen vor kurzfristigem politischen Druck schützt. Diese Unabhängigkeit wird jedoch häufig in Frage gestellt, insbesondere wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtern, was zu Forderungen nach mehr Rechenschaftspflicht und Reaktionsfähigkeit auf politische Mandate führt.
Die aktuelle Situation unterstreicht das komplexe Zusammenspiel zwischen Geldpolitik, politischen Erwägungen und globaler wirtschaftlicher Stabilität. Die zukünftigen Massnahmen der Fed werden von den internationalen Märkten genau beobachtet werden, da ihre Entscheidungen weitreichende Folgen für den globalen Handel, die Investitionsströme und das gesamte Wirtschaftswachstum haben. Die anhaltende Debatte um Powells Führung und mögliche Alternativen spiegelt die hohen Einsätze wider, die mit der Steuerung der grössten Volkswirtschaft der Welt und ihrem Einfluss auf das internationale Finanzsystem verbunden sind.
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