Mehr als 21 Millionen Ugander haben sich für die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen registriert, die am Donnerstag begannen. Die Stimmabgabe wurde jedoch in vielen Teilen des Landes durch logistische Verzögerungen inmitten einer Internetsperre beeinträchtigt. Wähler in Teilen der Hauptstadt Kampala stellten fest, dass die Wahllokale eine Stunde nach dem geplanten Wahlbeginn noch immer nicht geöffnet waren. Die Wahlbehörde entschuldigte sich für die "technischen Pannen" und erklärte laut Reuters, dass die Beamten an deren Behebung arbeiteten.
Die Verzögerungen wurden auf das Versagen biometrischer Identifikationsgeräte zurückgeführt, das einige mit dem Netzausfall in Verbindung brachten, sowie auf fehlende Ausrüstung an einigen Orten. Die BBC beobachtete eine wachsende Frustration unter den Wählern, die in Kampala vor einigen Wahllokalen Schlange standen, wo die Stimmabgabe noch nicht begonnen hatte.
Der amtierende Präsident Yoweri Museveni, 81, der seit 1986 an der Macht ist, strebt einen siebten Wahlsieg in Folge an. Er steht vor einer Herausforderung durch Bobi Wine, einen charismatischen Popstar, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi Ssentamu heißt.
Wo gewählt wurde, deuteten Berichte darauf hin, dass die biometrischen Geräte zur Überprüfung der Wähleridentität nicht funktionierten. Die Wahlbehörde hat noch keine Informationen über das Ausmaß der Fehlfunktionen oder deren Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung veröffentlicht.
Die Wahl findet vor dem Hintergrund von Bedenken hinsichtlich der Fairness und Transparenz des Prozesses statt. Oppositionskandidaten haben Einschüchterung und Belästigung durch Sicherheitskräfte beklagt. Die Regierung hat ihr Vorgehen verteidigt und erklärt, dass es notwendig sei, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten.
Die Internetsperre, die am Vorabend der Wahl begann, hat bei Menschenrechtsgruppen und internationalen Beobachtern Kritik hervorgerufen. Kritiker argumentieren, dass die Sperre die Fähigkeit der Wähler untergräbt, auf Informationen zuzugreifen und miteinander zu kommunizieren. Sammy Awami von BBC Africa berichtete aus Kampala über die weit verbreiteten Verzögerungen und die Frustration der Wähler.
Der Ausgang der Wahl wird erhebliche Auswirkungen auf Ugandas politische Zukunft haben. Musevenis weitere Herrschaft würde seine bereits lange Amtszeit verlängern, während ein Sieg für Wine eine bedeutende Verschiebung in der politischen Landschaft des Landes darstellen würde. Wycliffe Muia von AFP trug zur Berichterstattung über die Wahl bei.
Discussion
Join the conversation
Be the first to comment