Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass Statine, eine gängige Art von Cholesterin senkendem Medikament, fast allen Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes erhebliche Vorteile bieten können, unabhängig von ihrem prognostizierten Herzrisiko. Die im Vereinigten Königreich durchgeführte Studie ergab, dass die Einnahme von Statinen mit einer Verringerung sowohl der Todesfälle als auch der schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisse über alle Risikostufen hinweg verbunden war, selbst bei Personen, die zuvor als risikoarm für Herzerkrankungen galten.
Die Ergebnisse stellen das herkömmliche Verständnis darüber in Frage, wer eine Statintherapie zu präventiven Zwecken erhalten sollte. Die vom American College of Physicians veröffentlichte Studie legt nahe, dass sich die schützende Wirkung von Statinen über die Hochrisikogruppe hinaus erstreckt und potenziell einer viel breiteren Bevölkerungsgruppe von Menschen mit Typ-2-Diabetes zugute kommt. Forscher beobachteten, dass Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Statinen selten und im Allgemeinen mild waren.
Statine wirken, indem sie ein Enzym in der Leber hemmen, das Cholesterin produziert, wodurch der Spiegel von LDL-Cholesterin ("schlechtes" Cholesterin) im Blut gesenkt wird. Hohes LDL-Cholesterin ist ein Hauptrisikofaktor für Herzerkrankungen, da es zur Bildung von Plaque in den Arterien führen kann, einem Prozess, der als Atherosklerose bekannt ist. Diese Ansammlung kann die Arterien verengen, die Durchblutung von Herz und Gehirn verringern und das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.
Die Auswirkungen dieser Studie sind erheblich und könnten die Richtlinien für die Statinverschreibung bei Personen mit Typ-2-Diabetes verändern. Bisher basierten Behandlungsentscheidungen oft auf dem geschätzten 10-Jahres-Risiko einer Person, eine Herzerkrankung zu entwickeln, das anhand von Faktoren wie Alter, Blutdruck, Cholesterinspiegel und Raucherstatus berechnet wurde. Diese neue Forschung legt jedoch nahe, dass selbst diejenigen mit einem geringen berechneten Risiko dennoch von einer Statintherapie profitieren können.
Experten betonen, dass Behandlungsentscheidungen immer in Absprache mit einem Arzt getroffen werden sollten, wobei individuelle Risikofaktoren, potenzieller Nutzen und potenzielle Nebenwirkungen berücksichtigt werden müssen. Weitere Forschung ist erforderlich, um den optimalen Einsatz von Statinen bei Personen mit Typ-2-Diabetes vollständig zu verstehen und die Instrumente zur Risikobewertung zu verfeinern. Die Studienautoren planen, weitere Analysen durchzuführen, um die Mechanismen zu erforschen, die den beobachteten Vorteilen zugrunde liegen, und um Untergruppen von Personen zu identifizieren, die am meisten von einer Statintherapie profitieren könnten.
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