Ugander gingen am Donnerstag zu den Wahlurnen, um an einer Wahl teilzunehmen, bei der Präsident Yoweri Museveni, 81, voraussichtlich seine fast vier Jahrzehnte währende Herrschaft verlängern wird. Der Wahlvorgang wurde durch erhebliche Verzögerungen aufgrund technischer Probleme mit neu eingeführten biometrischen Wahlautomaten beeinträchtigt.
Die Wahlkommission gab bekannt, dass alle Wahllokale, landesweit über 50.000 an der Zahl, für den Rest des Tages auf die Papierverifizierung zur Wähleridentifizierung umstellen würden, so Sprecher Julius Mucunguzi. Die technischen Probleme verursachten weitverbreitete Störungen in den Wahllokalen, was zu langen Schlangen und Frustration bei den Wählern führte.
Bis zum Vormittag hatten nur wenige Bürger erfolgreich ihre Stimme abgegeben. In Kampala und anderen Orten bildeten sich Schlangen vor den Wahllokalen. "Ich bin bereit zu warten", sagte Ssenyondwa Martha, eine Wählerin in Kampala, die bei Sonnenaufgang in ihrem Wahllokal ankam. "Wir sind hierher gekommen, um zu wählen."
Die Wahl findet inmitten eines von den Behörden verhängten Internetausfalls statt. Die Regierung erklärte, der Ausfall sei eine Sicherheitsmaßnahme. Kritiker argumentieren jedoch, dass er dazu dienen soll, Informationen zu unterdrücken und die Fähigkeit der Opposition zur Organisation einzuschränken.
Sieben Kandidaten fordern Museveni bei dieser Wahl heraus. Sein Hauptkonkurrent ist Bobi Wine, ein ehemaliger Popstar mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi. Wine hat sich insbesondere bei jüngeren Wählern eine bedeutende Unterstützung erworben und stellt eine bemerkenswerte Herausforderung für Musevenis langjährige Autorität dar.
Museveni ist seit 1986 an der Macht. Seine Regierung wird dafür gelobt, Uganda nach Jahren der Unruhen Stabilität gebracht zu haben. Er wurde jedoch auch wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen, Korruption und mangelnder demokratischer Reformen kritisiert.
Die Einführung biometrischer Wahlautomaten sollte Wahlbetrug verhindern. Die am Wahltag aufgetretenen technischen Pannen warfen jedoch Bedenken hinsichtlich der Integrität des Wahlprozesses auf. Die Umstellung auf Papierverifizierung könnte diese Bedenken weiter schüren.
Der Ausgang der Wahl bleibt ungewiss. Die Ergebnisse werden voraussichtlich in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation aufmerksam, wobei viele einen transparenten und glaubwürdigen Wahlprozess fordern.
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