Ein fiktives Schwarmbewusstsein, wie es in der kürzlich abgeschlossenen ersten Staffel der Fernsehserie "Pluribus" dargestellt wird, operiert über ein Netzwerk unbewusster Kommunikation via Radiowellen und wirft Fragen nach dem Potenzial und den Gefahren eines kollektiven Bewusstseins auf. Im Mittelpunkt der Serie steht die Ankunft einer Radiosendung von einem Planeten, der 600 Lichtjahre entfernt ist und den RNA-Code für ein außerirdisches Virus enthält. Nach der Synthetisierung infiziert das Virus den größten Teil der Erdbevölkerung und verwandelt sie in ein vereintes Schwarmbewusstsein, das als "Plurbs" bezeichnet wird, mit gemeinsamen Zielen, Werten und Wissen.
Die Serie untersucht die Auswirkungen eines solchen vernetzten Bewusstseins, in dem die individuelle Identität vom Kollektiv vereinnahmt wird. Laut der Prämisse der Serie erfolgt die Kommunikation innerhalb des Schwarmbewusstseins unbewusst über Radiowellen, was einen sofortigen und universellen Zugriff auf Informationen ermöglicht. Dies macht ein individuelles Gedächtnis für Fakten wie Telefonnummern überflüssig, da jedes Mitglied des Kollektivs auf die Informationen zugreifen und sie bereitstellen kann.
Die Serie beleuchtet jedoch auch die potenziellen Nachteile eines solchen Systems, vor allem den Verlust der individuellen Autonomie und Identität. Die Erzählung konzentriert sich auf den Kampf von 13 immunen Individuen, darunter eine Liebesromanautorin namens Carol Sturka, die sich der Assimilation in das Schwarmbewusstsein widersetzen und ihre Individualität über die vermeintlichen Vorteile des kollektiven Bewusstseins stellen.
Obwohl "Pluribus" ein fiktives Szenario darstellt, berührt es reale Konzepte im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und neuronalen Netzen. Die Idee eines Schwarmbewusstseins findet Anklang in der laufenden Forschung zu verteilten KI-Systemen, bei denen mehrere KI-Agenten zusammenarbeiten, um komplexe Probleme zu lösen. Diese Systeme sind oft auf Kommunikation und Koordination angewiesen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, was die Vernetzung der "Plurbs" widerspiegelt.
Die Prämisse der Serie wirft auch ethische Fragen über das Gleichgewicht zwischen individuellen Rechten und dem Gemeinwohl auf, ein Thema, das im Zeitalter von Big Data und KI-gesteuerter Entscheidungsfindung immer wichtiger wird. Da KI-Systeme immer stärker in die Gesellschaft integriert werden, ist es entscheidend, die potenziellen Auswirkungen auf die individuelle Autonomie und die Bedeutung der Wahrung der Gedankenvielfalt zu berücksichtigen. Die Serie bietet keine wissenschaftliche Unterstützung für die Prämisse von auf Radiowellen basierenden Schwarmbewusstseinen.
Derzeit sind keine realen Entwicklungen bekannt, die die Schaffung eines Schwarmbewusstseins, wie es in "Pluribus" dargestellt wird, ermöglichen würden. Die Serie dient jedoch als eine zum Nachdenken anregende Auseinandersetzung mit den potenziellen Vorteilen und Risiken des kollektiven Bewusstseins und regt die Zuschauer dazu an, die Auswirkungen zunehmend vernetzter Technologien zu bedenken. Die erste Staffel der Serie ist abgeschlossen, und es gibt keine offizielle Ankündigung bezüglich einer zweiten Staffel.
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