Künstliche Intelligenz wurde eingesetzt, um Faktoren zu identifizieren, die die Krebsüberlebensraten in 185 Ländern beeinflussen, wie aus einer im Fachjournal Annals of Oncology veröffentlichten Studie hervorgeht. Das KI-Modell analysierte Krebsdaten und Informationen über Gesundheitssysteme, um zu ermitteln, welche Faktoren, wie z. B. der Zugang zur Strahlentherapie, die allgemeine Gesundheitsversorgung und die Wirtschaftskraft, am engsten mit verbesserten Überlebensraten in den einzelnen Ländern verbunden sind.
Forscher der European Society for Medical Oncology entwickelten das Modell des maschinellen Lernens, um über allgemeine Erkenntnisse zum Krebsüberleben hinauszugehen und spezifische, umsetzbare Bereiche für Verbesserungen innerhalb einzelner Länder zu identifizieren. Die Studie ist das erste Mal, dass KI in einem so globalen Maßstab eingesetzt wurde, um die Determinanten des Krebsüberlebens zu analysieren.
Das KI-Modell funktioniert, indem es Muster und Korrelationen innerhalb großer Datensätze identifiziert, die mit traditionellen statistischen Methoden möglicherweise übersehen werden. Algorithmen des maschinellen Lernens werden anhand vorhandener Daten trainiert, um Beziehungen zwischen Variablen zu erkennen. In diesem Fall wurde die KI mit Daten zu Krebsinzidenz, Behandlungsverfügbarkeit, Gesundheitsinfrastruktur und sozioökonomischen Indikatoren für jedes Land trainiert. Nach dem Training kann das Modell vorhersagen, wie sich Änderungen bestimmter Faktoren auf die Krebsüberlebensraten auswirken könnten.
"Diese KI bietet eine leistungsstarke neue Perspektive für das Verständnis des komplexen Zusammenspiels von Faktoren, die das Krebsüberleben beeinflussen", sagte ein leitender Forscher des Projekts. "Indem wir die wichtigsten Bereiche für Verbesserungen in jedem Land identifizieren, können wir politischen Entscheidungsträgern und Gesundheitsdienstleistern helfen, fundiertere Entscheidungen über die Ressourcenallokation und Gesundheitsstrategien zu treffen."
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die allgemeine Gesundheitsversorgung zwar in vielen Ländern ein wichtiger Faktor ist, die spezifischen Maßnahmen zur Verbesserung des Krebsüberlebens jedoch sehr unterschiedlich sind. In einigen Ländern kann beispielsweise die Verbesserung des Zugangs zur Strahlentherapie die größten Auswirkungen haben, während in anderen Ländern die Stärkung der primärärztlichen Versorgung oder die Verbesserung der Krebsfrüherkennungsprogramme wirksamer sein könnten.
Die Studie hob auch die Bedeutung der Wirtschaftskraft hervor, wies aber darauf hin, dass wirtschaftliche Ressourcen allein kein besseres Krebsüberleben garantieren. Das KI-Modell zeigte, dass eine effiziente Ressourcenallokation und eine wirksame Gesundheitspolitik entscheidend dafür sind, wirtschaftlichen Wohlstand in verbesserte Gesundheitsergebnisse umzusetzen.
Die Forscher glauben, dass dieses KI-Modell ein wertvolles Instrument zur Steuerung der Krebsbekämpfungsmaßnahmen weltweit sein kann. Durch die Bereitstellung länderspezifischer Erkenntnisse kann es dazu beitragen, Interventionen auf die besonderen Bedürfnisse und Herausforderungen jedes Landes zuzuschneiden. Das Team plant, das Modell durch die Einbeziehung zusätzlicher Datenquellen, wie z. B. genetischer Informationen und Lebensstilfaktoren, weiter zu verfeinern, um ein noch umfassenderes Verständnis der Determinanten des Krebsüberlebens zu ermöglichen. Das ultimative Ziel ist die Schaffung einer dynamischen, kontinuierlich aktualisierten Ressource, die die Krebsbekämpfungspolitik informieren und die Ergebnisse für Patienten auf der ganzen Welt verbessern kann.
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