Führungskräfte der Vereinten Nationen beklagten den Zustand der globalen Angelegenheiten, als die Generalversammlung am Samstag ihr 80-jähriges Bestehen beging. Das Jubiläum wurde in der Methodist Central Hall in London gefeiert, dem Ort der ersten UN-Generalversammlung. UN-Generalsekretär António Guterres wandte sich an die Teilnehmer und hob die Divergenz zwischen den ursprünglichen Bestrebungen der Versammlung und der aktuellen geopolitischen Landschaft hervor.
Die erste UN-Generalversammlung trat kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen und brachte Vertreter aus 51 Nationen zusammen, um die internationale Zusammenarbeit zu fördern. Befürworter sahen die UNGA als eine primäre Plattform für Staats- und Regierungschefs, um globale Herausforderungen anzugehen und zukünftige Konflikte zu verhindern.
"Wir haben den Krieg durch gemeinsames Kämpfen gewonnen. Wir müssen nun den Frieden durch gemeinsames Arbeiten bewahren", erklärte der US-Außenminister James F. Byrnes während der Eröffnungsversammlung. Eleanor Roosevelt hielt ebenfalls eine Rede, in der sie die Bedeutung der Gleichstellung der Geschlechter in der globalen Ordnung betonte.
Die derzeitigen Führungskräfte äußerten jedoch die Besorgnis, dass der Geist der Zusammenarbeit, der die frühen Jahre der UN prägte, nachgelassen habe. Der Aufstieg des Nationalismus, anhaltende Konflikte und wachsende wirtschaftliche Ungleichheiten wurden als wesentliche Hindernisse für einen effektiven Multilateralismus angeführt. Der Generalsekretär stellte eine wachsende Ernüchterung gegenüber internationalen Institutionen fest, die durch die Wahrnehmung von Untätigkeit und politischer Blockade befeuert wird.
Das Jubiläum diente als Moment der Reflexion über die Erfolge und Misserfolge der UN in den letzten acht Jahrzehnten. Während die Organisation eine entscheidende Rolle bei der Friedenssicherung, der humanitären Hilfe und der Förderung des Völkerrechts gespielt hat, steht sie in einer multipolaren Welt, die von komplexen und miteinander verbundenen Krisen geprägt ist, vor wachsenden Herausforderungen. Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Notwendigkeit von Reformen, um die Effektivität und Relevanz der UN bei der Bewältigung aktueller globaler Probleme zu verbessern.
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