Experian, ein Kreditauskunftei-Dienst, geriet in die Kritik, nachdem er angeblich eine Frau, die von der BBC als Iona Bain identifiziert wurde, dazu ermutigt hatte, weitere Kreditkarten aufzunehmen, obwohl sie sich der Schuldenfreiheit näherte. Bain, die zuvor 10.000 Pfund an Kreditkartenschulden angehäuft hatte, berichtete BBC Panorama, dass Experian sie mit E-Mails bombardierte, in denen hochverzinsliche Kreditkartenangebote beworben wurden, als sie sich der Tilgung ihres Saldos näherte.
Der Vorfall unterstreicht die Bedenken von Verbrauchergruppen, dass Angebote für zusätzliche Kredite, auch von Kreditauskunfteien, die finanziellen Schwierigkeiten gefährdeter Personen verschärfen können. Branchenzahlen zufolge besitzen in Großbritannien etwa 35 Millionen Menschen Kreditkarten, und viele haben Schwierigkeiten mit der Rückzahlung. Die effektiven Jahreszinsen (APRs), die Gebühren und Entgelte umfassen, können erheblich variieren.
Experian erklärte gegenüber Panorama, dass das Unternehmen einen Prozess entwickelt, um potenziell gefährdete Kunden zu identifizieren und zu verhindern, dass sie Marketing-E-Mails erhalten. Das Unternehmen betonte auch, dass die Bain präsentierten Kreditoptionen eine schnellere oder günstigere Schuldentilgung hätten ermöglichen können.
Der BBC-Bericht unterstreicht den potenziellen Interessenkonflikt, der darin besteht, dass Kreditauskunfteien von erhöhter Kreditaufnahme profitieren und gleichzeitig Verbraucher in Finanzfragen beraten. Die langfristigen Auswirkungen solcher Praktiken auf den britischen Konsumschuldenmarkt bleiben abzuwarten.
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