Jüngste Proteste, gepaart mit einem harten Durchgreifen der Regierung und der Möglichkeit einer Intervention der USA, haben die Islamische Republik Iran an einen kritischen Punkt gebracht und Fragen nach ihrer langfristigen Lebensfähigkeit aufgeworfen. Laut Gregory Brew, einem Historiker des modernen Iran und Senior Analyst bei der Eurasia Group, ist der derzeitige Kurs des Regimes nicht tragfähig, gekennzeichnet durch wirtschaftliche Zerrüttung und zunehmende Anwendung von Gewalt zur Unterdrückung von Dissens.
Die Proteste, die Anfang des Monats begannen, spiegeln eine weit verbreitete Unzufriedenheit über die wirtschaftliche Lage und politische Einschränkungen wider. Die Reaktion der Regierung stieß auf internationale Verurteilung, insbesondere nach Berichten über exzessive Gewaltanwendung gegen Demonstranten. Die Vereinigten Staaten haben vor einer möglichen direkten Intervention gewarnt, wobei die Einzelheiten einer solchen Aktion unklar bleiben.
Brew argumentiert, dass die iranische Regierung ohne eine bedeutende Kursänderung einen langsamen, aber unvermeidlichen Niedergang erlebt. "Die derzeitige Entwicklung der Islamischen Republik ist nicht nachhaltig", schrieb er in einer aktuellen Analyse. "Ohne eine Kurskorrektur wird ein allmählicher interner Zerfall der Wirtschaft und die zunehmende Anwendung von Gewalt zur Unterdrückung von Dissens die Regierung zu einem schmerzhaften Tod verurteilen."
Die Möglichkeit eines Regimewechsels wurde zum Teil durch das Auftreten von Reza Pahlavi, dem im Exil lebenden Sohn des ehemaligen Schahs von Iran, als potenzieller Führer befeuert. Pahlavi hat offen seinen Wunsch geäußert, eine führende Rolle zu spielen, sollte die derzeitige Regierung fallen, und erntet Unterstützung von einigen Demonstranten.
Analysten warnen jedoch davor, von einem raschen Zusammenbruch des Regimes auszugehen. Die iranische Regierung hat seit der Revolution von 1979 zahlreiche Herausforderungen gemeistert und dabei Widerstandsfähigkeit und Repressionsfähigkeit bewiesen. Darüber hinaus könnten interne Spaltungen innerhalb der Oppositionsbewegung ihre Fähigkeit behindern, eine geeinte Front zu präsentieren.
Die Situation bleibt unübersichtlich, mit verschiedenen möglichen Ergebnissen. Einige Beobachter glauben, dass die Regierung versuchen könnte, Reformen durchzuführen, um die öffentliche Unzufriedenheit zu beseitigen und Spannungen abzubauen. Andere prognostizieren eine Fortsetzung des derzeitigen Kurses, der von Repression und wirtschaftlicher Stagnation geprägt ist. Die Rolle externer Akteure, insbesondere der Vereinigten Staaten, wird ebenfalls entscheidend für die Gestaltung der Zukunft des Iran sein.
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