Experian, ein Kreditauskunftei-Dienst, geriet in die Kritik, nachdem ein Bericht der BBC-Sendung Panorama enthüllte, dass das Unternehmen eine Frau, die als Iona Bain identifiziert wurde, ermutigte, weitere Kreditkarten aufzunehmen, obwohl sie sich der Tilgung einer Schuld von 10.000 £ näherte. Der von der BBC ausgestrahlte Bericht hob Bedenken hervor, dass solche Praktiken die finanziellen Schwierigkeiten gefährdeter Personen, die bereits mit Kreditkartenrückzahlungen zu kämpfen haben, verschärfen könnten.
Die Frau berichtete, zahlreiche E-Mails von Experian erhalten zu haben, in denen hochverzinsliche Kreditkartenangebote beworben wurden, sobald sich ihre Schulden dem Ende näherten. Verbraucherverbände haben Bedenken geäußert, dass Angebote für zusätzliche Kredite, insbesondere von Kreditauskunfteien, sich negativ auf Personen in prekären finanziellen Situationen auswirken können. Branchenkenner geben an, dass etwa 35 Millionen Menschen in Großbritannien Kreditkarten besitzen.
Experian reagierte auf den BBC-Panorama-Bericht mit der Aussage, dass man ein Verfahren entwickle, um potenziell gefährdete Kunden zu identifizieren und ihnen keine Marketing-E-Mails mehr zu senden. Das Unternehmen betonte, dass die der Frau präsentierten Kreditkartenoptionen es ihr möglicherweise ermöglicht hätten, ihre Schulden schneller oder zu geringeren Kosten zu tilgen. Der effektive Jahreszins (APR) für Kreditkarten in Großbritannien, der Gebühren und Entgelte umfasst, kann erheblich variieren und je nach Karte und Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers zwischen 0 % und über 30 % oder mehr liegen.
Der Vorfall wirft Fragen nach der ethischen Verantwortung von Kreditauskunfteien bei der Vermarktung von Finanzprodukten an Verbraucher auf. Während Kreditkarten finanzielle Flexibilität und Vorteile bieten können, können hohe Zinsen und Gebühren zu einer eskalierenden Verschuldung führen, wenn sie nicht sorgfältig verwaltet werden. Die Marktauswirkungen solcher Praktiken sind schwer genau zu quantifizieren, aber Verbraucherschutzgruppen argumentieren, dass aggressive Marketingtaktiken, die auf gefährdete Personen abzielen, zum wachsenden Problem der persönlichen Verschuldung in Großbritannien beitragen.
Die Financial Conduct Authority (FCA), die britische Finanzaufsichtsbehörde, konzentriert sich zunehmend auf den Verbraucherschutz auf dem Kreditmarkt. Es bleibt abzuwarten, ob die FCA die Praktiken von Experian angesichts des BBC-Panorama-Berichts untersuchen wird. Experian hat keinen konkreten Zeitplan für die Umsetzung seines neuen Verfahrens zur Identifizierung und zum Schutz gefährdeter Kunden veröffentlicht.
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