Meta, ehemals Facebook, hat Berichten zufolge letzte Woche etwa 1.500 Mitarbeiter seiner Reality Labs-Abteilung entlassen. Dieser Schritt betrifft etwa 10 % der Belegschaft der Einheit und führt zur Schließung mehrerer VR-Spielestudios, wie das Wall Street Journal berichtet. Dies stellt einen deutlichen Rückzug von den hohen Investitionen des Unternehmens in Virtual Reality dar, eine Strategie, die es erst vier Jahre zuvor voll und ganz verfolgt hatte.
Die Entlassungen signalisieren eine bedeutende Verschiebung in Metas Strategie. Im Jahr 2021 hatte sich das Unternehmen von Facebook umbenannt und seine Zukunft auf das Metaverse und die VR-Technologie gesetzt. Die Vision des Unternehmens sah vor, dass VR-Geräte zur primären Art und Weise werden würden, wie Menschen online interagieren und Kontakte knüpfen, was insbesondere die Generation Z ansprechen sollte, die bereits Online-Spiele wie Fortnite und Roblox nutzte. Das Rebranding diente auch dazu, das Unternehmen von der wachsenden Kritik an der Marke Facebook zu distanzieren.
Im Laufe der Jahre war Facebook mit zahlreichen Kontroversen konfrontiert, darunter der Datenskandal um Cambridge Analytica, Berichte der Whistleblowerin Frances Haugen, die die negativen Auswirkungen der Plattform auf Kinder und Jugendliche detailliert beschrieben, Anhörungen des Kongresses zu Bedenken hinsichtlich digitaler Überwachung, seine Rolle bei der Verbreitung von Fehlinformationen und Vorwürfe monopolistischer Praktiken. Metas Wette auf das Metaverse war zum Teil ein Versuch, über diese Probleme hinauszugehen.
Reality Labs, die Abteilung, die für die Entwicklung von Metas VR- und AR-Technologien verantwortlich ist, einschließlich der Quest-Headsets und der Horizon Worlds-Plattform, hat die Ressourcen des Unternehmens erheblich belastet. Während die Quest-Headsets eine gewisse Akzeptanz gefunden haben, hat das Metaverse als Ganzes Schwierigkeiten, sich im Mainstream durchzusetzen. Horizon Worlds, Metas Vorzeige-Metaverse-Plattform, wurde wegen fehlender überzeugender Inhalte und mangelnder Nutzerbindung kritisiert.
Die Entscheidung, die Investitionen in Reality Labs zu reduzieren, spiegelt einen breiteren Trend in der Technologiebranche wider, bei dem Unternehmen ihre Metaverse-Strategien angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und langsamer als erwarteter Akzeptanzraten neu bewerten. Während Meta weiterhin sein Engagement für das langfristige Potenzial von VR und AR zum Ausdruck bringt, deuten die jüngsten Entlassungen auf einen vorsichtigeren und maßvolleren Ansatz für die Zukunft hin. Das Unternehmen hat noch keine detaillierte Erklärung zu den zukünftigen Plänen für Reality Labs veröffentlicht, außer dass es weiterhin, wenn auch in reduziertem Umfang, in die Technologie investieren wird.
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