Berichten zufolge hat Meta letzte Woche etwa 1.500 Mitarbeiter seiner Reality Labs-Abteilung entlassen und mehrere VR-Spielestudios geschlossen, wie das Wall Street Journal berichtet. Dies deutet auf einen deutlichen Rückzug von seiner ehrgeizigen Metaverse-Strategie hin. Die Entlassungen betrafen etwa 10 % der Mitarbeiter von Reality Labs, der Abteilung, die für die Entwicklung von Virtual-Reality-Hardware und -Software verantwortlich ist, einschließlich der Meta Quest-Headsets und der Horizon Worlds-Plattform.
Der Schritt stellt eine erhebliche Kehrtwende für Meta dar, das sich 2021 von Facebook umbenannte und seine Zukunft auf das Metaverse und Virtual-Reality-Technologien setzte. Das Unternehmen hatte sich eine Zukunft vorgestellt, in der Nutzer zunehmend in immersiven digitalen Umgebungen interagieren, arbeiten und spielen würden. Dieser strategische Wandel wurde zum Teil durch den Wunsch motiviert, jüngere Bevölkerungsgruppen anzusprechen, die Online-Gaming-Plattformen wie Fortnite und Roblox traditionellen sozialen Medien vorzogen, sowie das Unternehmen von den Kontroversen um die Marke Facebook zu distanzieren.
Im Laufe der Jahre war Facebook mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter Datenskandale wie die Cambridge-Analytica-Affäre, Anschuldigungen der Whistleblowerin Frances Haugen bezüglich der negativen Auswirkungen der Plattform auf Kinder, die Prüfung des Kongresses in Bezug auf digitale Überwachungspraktiken und Bedenken hinsichtlich der Verbreitung von Fehlinformationen und monopolistischem Verhalten. Das Metaverse wurde als Möglichkeit gesehen, einen Neuanfang zu schaffen und die nächste Welle technologischer Innovation anzuführen.
Metas Reality Labs hat stark in die Entwicklung der Hardware und Software investiert, die zur Verwirklichung seiner Metaverse-Vision erforderlich sind. Die Meta Quest-Reihe von VR-Headsets, darunter das Quest 2 und das kürzlich erschienene Quest 3, zielte darauf ab, Nutzern zunehmend immersive und interaktive VR-Erlebnisse zu bieten. Horizon Worlds, Metas soziale VR-Plattform, wurde als virtueller Raum konzipiert, in dem Nutzer Avatare erstellen, Umgebungen bauen und mit anderen interagieren können.
Trotz der erheblichen Investitionen hat das Metaverse noch keine breite Akzeptanz gefunden. Die hohen Kosten für VR-Hardware, die begrenzte Verfügbarkeit von Inhalten und die technischen Herausforderungen bei der Schaffung nahtloser und ansprechender virtueller Erlebnisse haben sein Wachstum behindert. Die jüngsten Entlassungen und Studioschließungen deuten darauf hin, dass Meta seine Metaverse-Strategie neu bewertet und seinen Fokus möglicherweise auf andere Bereiche der technologischen Entwicklung verlagert. Das Unternehmen hat noch keine offizielle Erklärung zur langfristigen Zukunft von Reality Labs oder seinen Metaverse-Ambitionen abgegeben.
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