Der europäische Strommarkt erlebte im Jahr 2025 eine bedeutende Verschiebung, als erneuerbare Energiequellen, vor allem Solar- und Windenergie, laut einem am Donnerstag von der globalen Energie-Denkfabrik Ember veröffentlichten Bericht erstmals fossile Brennstoffe übertrafen. Dieser Meilenstein signalisiert eine Beschleunigung des Übergangs der EU zu grüner und autonomer Energie mit potenziellen Auswirkungen auf Energieunternehmen und Investoren.
Solar- und Windenergie erzeugten im Jahr 2025 30 Prozent des EU-Stroms und übertrafen damit die 29 Prozent, die durch Kohle und Gas produziert wurden. Dieser Unterschied von 1 Prozentpunkt mag gering erscheinen, stellt aber eine erhebliche Verschiebung der Marktanteile und Milliarden von Euro an Investitionsströmen dar. Der Bericht nannte nicht den genauen finanziellen Wert des von jeder Quelle erzeugten Stroms, aber die Auswirkungen für fossile Brennstoffunternehmen sind klar: Ihre Marktdominanz schwindet.
Der Aufstieg der erneuerbaren Energien verändert den europäischen Energiemarkt. Erhöhte Investitionen in Solar- und Windprojekte senken die Kosten für erneuerbare Energien und machen sie zunehmend wettbewerbsfähig gegenüber fossilen Brennstoffen. Dieser Trend wird durch staatliche Maßnahmen und Anreize zur Förderung grüner Energie und zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen noch verstärkt. Die Verlagerung erfolgt auch, da Europa seine Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringern will, insbesondere angesichts der geopolitischen Instabilität.
Der deutsche Stromversorger RWE AG beispielsweise investiert aktiv in die Infrastruktur für erneuerbare Energien. Das Unternehmen errichtet zwischen Bedburg und Jüchen eine Solaranlage, mit der bis Ende 2025 voraussichtlich rund 27.700 deutsche Haushalte mit Energie versorgt werden sollen. Diese Investition spiegelt einen breiteren Trend unter den Energieunternehmen wider, ihre Portfolios zu diversifizieren und von der wachsenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien zu profitieren.
Mit Blick auf die Zukunft wird erwartet, dass sich der Trend, dass erneuerbare Energien fossile Brennstoffe übertreffen, fortsetzen wird. Da sich die Technologie verbessert und die Kosten weiter sinken, sind Solar- und Windenergie in der Lage, einen noch größeren Anteil am europäischen Strommarkt zu erobern. Dieser Übergang wird wahrscheinlich zu weiteren Investitionen in die Infrastruktur für erneuerbare Energien, zu einem verstärkten Wettbewerb zwischen den Energieversorgern und zu einem allmählichen Rückgang der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen führen. Das Tempo und der Umfang dieses Übergangs werden von Faktoren wie staatlichen Maßnahmen, technologischen Fortschritten und dem allgemeinen Wirtschaftsklima abhängen.
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