Der Iran hat inmitten anhaltender und tödlicher Proteste weitreichende Internetsperren verhängt, die den Zugang der Bürger zu Online-Kommunikation und Informationen stark einschränken. Trotz der Bemühungen der Regierung, den Informationsfluss zu kontrollieren, gelingt es einigen Einzelpersonen, die Beschränkungen zu umgehen und Informationen mit der Außenwelt zu teilen.
NPR sprach mit einem iranischen Demonstranten, dem es gelang, eine Internetverbindung aufrechtzuerhalten, und beleuchtete die Herausforderungen und Risiken, die mit dem Zugang zum Internet unter diesen Umständen verbunden sind. Der Demonstrant, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt wurde, beschrieb die Methoden der Regierung zur Störung des Internetzugangs, einschließlich der Drosselung der Bandbreite und der Blockierung des Zugangs zu populären Social-Media-Plattformen.
Ein in den USA ansässiger Aktivist arbeitet daran, Starlink-Terminals an Menschen im Iran zu liefern, um den Internetzugang wiederherzustellen und die Kommunikation zu ermöglichen. Starlink, eine Satelliten-Internetkonstellation, die von SpaceX betrieben wird, bietet das Potenzial, die staatliche Zensur zu umgehen, indem sie den Internetzugang aus dem Weltraum ermöglicht. Die Bereitstellung von Starlink-Terminals im Iran steht jedoch vor logistischen und regulatorischen Hürden.
Die Internetsperren der iranischen Regierung geben Anlass zur Sorge um die freie Meinungsäußerung und den Zugang zu Informationen. Diese Maßnahmen stehen im Einklang mit einem breiteren Trend, dass Regierungen Internetkontrollen einsetzen, um abweichende Meinungen zu unterdrücken und die Macht zu erhalten. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) spielt sowohl bei den Zensurbemühungen der Regierung als auch bei den Versuchen der Aktivisten, diese zu umgehen, eine Rolle.
KI-Algorithmen werden von der iranischen Regierung eingesetzt, um Websites und Social-Media-Konten zu identifizieren und zu blockieren, die das Regime kritisieren. Diese Algorithmen können Texte, Bilder und Videos analysieren, um Inhalte zu erkennen, die gegen staatliche Vorschriften verstoßen. Umgekehrt wird KI auch zur Entwicklung von Tools eingesetzt, die die Zensur umgehen können, wie z. B. VPNs und Proxy-Server. Diese Tools nutzen KI, um den Internetverkehr zu verschleiern und es Regierungen zu erschweren, ihn zu verfolgen und zu blockieren.
Die Auswirkungen von Internetsperren gehen über die unmittelbare Unterdrückung von Protesten hinaus. Sie haben auch eine abschreckende Wirkung auf die freie Meinungsäußerung und können die Wirtschaftstätigkeit behindern. In einer globalisierten Welt ist der Zugang zum Internet für Unternehmen, Forscher und Einzelpersonen unerlässlich, um sich zu vernetzen und zusammenzuarbeiten.
Die Situation im Iran verdeutlicht die anhaltende Spannung zwischen Regierungen, die Informationen kontrollieren wollen, und Einzelpersonen, die frei darauf zugreifen und sie weitergeben wollen. Die Entwicklung von KI-Technologien verkompliziert diese Dynamik zusätzlich und schafft neue Möglichkeiten sowohl für Zensur als auch für Umgehung. Die langfristigen Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die freie Meinungsäußerung und die Demokratie bleiben abzuwarten.
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