Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez wurde in einem durchgesickerten Video dabei gefilmt, wie sie den verzweifelten Kampf des Regimes zur Kontrolle seiner Botschaft enthüllte, insbesondere im Zuge der Gefangennahme von Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte. Das Video, das am späten Dienstag auftauchte, zeigt Rodríguez, wie sie eine Gruppe von regierungsfreundlichen Influencern anspricht und angebliche Drohungen der US-Regierung detailliert darlegt.
Laut Rodríguez, die über eine Freisprecheinrichtung sprach, die vom Kommunikationsminister an ein Mikrofon gehalten wurde, hatten sie und andere Kabinettsmitglieder lediglich 15 Minuten Zeit, um zu entscheiden, ob sie Washingtons Forderungen nachkommen oder mit tödlichen Konsequenzen rechnen würden. "Sie sagten uns, gehorcht oder wir werden euch töten", soll Rodríguez gesagt und damit ein Bild von intensivem Druck und Zwang gezeichnet haben.
Rodríguez, die nach dem US-Angriff die Macht übernahm und seitdem von Donald Trump für ihre Kooperation gelobt wurde, behauptete, ihre Kooperation sei ausschließlich das Ergebnis von "ständigen Drohungen und Erpressung" gewesen. Diese Enthüllung bietet einen seltenen Einblick in das Innenleben der venezolanischen Regierung und den immensen Druck, dem sie von internationalen Mächten ausgesetzt ist.
Das Leck hat in der Medienlandschaft Schockwellen ausgelöst und Fragen nach dem Ausmaß des US-Einflusses in Venezuela und den ethischen Implikationen solcher angeblichen Drohungen aufgeworfen. Branchenkenner vermuten, dass das Video Rodríguez' Glaubwürdigkeit sowohl im In- als auch im Ausland erheblich schaden könnte, trotz Trumps vorheriger Unterstützung.
Kulturell hat das Video einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, wobei einige Venezolaner Rodríguez als Pragmatikerin sehen, die unter Zwang schwierige Entscheidungen trifft, während andere sie als Verräterin betrachten, die mit einer ausländischen Macht zusammenarbeitet. Die Anziehungskraft des Videos auf das Publikum rührt von seiner rohen, ungefilterten Natur her und bietet einen Blick hinter die Kulissen eines politischen Dramas, das sich auf der Weltbühne abspielt.
Die US-Regierung hat sich noch nicht offiziell zu dem durchgesickerten Video oder den von Rodríguez erhobenen Vorwürfen geäußert. Der Vorfall dürfte jedoch die Beziehungen zwischen den beiden Nationen weiter belasten und möglicherweise neue Sanktionen oder diplomatische Maßnahmen auslösen. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, um die langfristigen Auswirkungen dieser brisanten Enthüllung auf die politische Landschaft Venezuelas zu bestimmen.
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