Eine Hand-Schablone an einer indonesischen Höhlenwand wurde als das älteste bekannte Kunstwerk der Welt identifiziert, das 67.800 Jahre alt ist. Die Entdeckung, die auf einer kleinen Insel vor der Küste von Sulawesi, Indonesien, gemacht wurde, verschiebt die Zeitlinie des menschlichen künstlerischen Ausdrucks und liefert den frühesten Beweis für die menschliche Präsenz in der Region zwischen dem asiatischen Kontinent und Australien.
Der Archäologe Adhi Agus Oktaviana von der indonesischen Nationalen Forschungs- und Innovationsagentur und sein Team haben in den letzten sechs Jahren 44 Felskunststätten, hauptsächlich Höhlen, auf der südöstlichen Halbinsel von Sulawesi untersucht. Die Hand-Schablone wurde während dieser umfangreichen Untersuchung gefunden.
Die Schablone, ein verblasster Umriss einer menschlichen Hand, ist älter als bisher bekannte Beispiele für Felskunst. Dieser Fund deutet darauf hin, dass künstlerischer Ausdruck schon viel früher als bisher angenommen Teil der menschlichen Kultur war. Das Forschungsteam geht davon aus, dass die Kunst entstanden ist, indem eine Hand gegen die Höhlenwand gedrückt und dann Pigment darum gesprüht wurde, wodurch ein Negativbild entstand.
Die Entdeckung definiert nicht nur die Zeitlinie der Kunstgeschichte neu, sondern bietet auch Einblicke in die kognitiven Fähigkeiten und kulturellen Praktiken der frühen Menschen. Das Vorhandensein solcher Kunst deutet auf ein gewisses Maß an abstraktem Denken und symbolischer Kommunikation hin.
Oktaviana und seine Kollegen planen, ihre Forschung in der Region fortzusetzen, in der Hoffnung, weitere Beispiele für frühe Kunst zu entdecken und die Geschichte der menschlichen Migration und kulturellen Entwicklung in Südostasien weiter zu beleuchten. Die laufende Erforschung dieser Höhlenstätten verspricht, mehr über das künstlerische und intellektuelle Leben unserer Vorfahren zu enthüllen.
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