Charles Brohiri, 29, droht möglicherweise eine Haftstrafe, nachdem er sich vor dem Westminster Magistrates' Court am Donnerstag in 76 Fällen des Schwarzfahrens in Zügen von Govia Thameslink schuldig bekannt hat, was zu 36 früheren Verurteilungen hinzukommt. Die gesamten unbezahlten Fahrpreise und Gerichtskosten könnten 18.000 £ übersteigen.
Bezirksrichterin Nina Tempia wies Brohiri aus Hatfield in Hertfordshire darauf hin, dass aufgrund der schieren Anzahl der Verstöße eine Freiheitsstrafe in Betracht gezogen werden könne. Brohiri, schwarz gekleidet, antwortete auf jede der 76 während der Anhörung verlesenen Anklagen mit "Schuldig".
Das Gericht hatte Brohiri zuvor in Abwesenheit in 36 damit zusammenhängenden Anklagepunkten verurteilt. Während der Verhandlung am Donnerstag wies Richterin Tempia einen Antrag von Brohiris Anwaltsteam ab, diese früheren Verurteilungen aufzuheben. Die Verteidigung argumentierte, die Strafverfolgungen seien unrechtmäßig, da sie nicht von einem qualifizierten Staatsanwalt eingeleitet worden seien, so PA Media.
Schwarzfahren stellt eine erhebliche Herausforderung für Eisenbahnunternehmen dar. Die entstandenen finanziellen Verluste beeinträchtigen Investitionen in Infrastruktur und Serviceverbesserungen. Govia Thameslink setzt, wie andere Bahngesellschaften auch, verschiedene Methoden zur Bekämpfung des Schwarzfahrens ein, darunter Fahrkartenkontrollen, Strafgelder und rechtliche Schritte. Die Strafverfolgung von Serientätern wie Brohiri dient als Abschreckung und verdeutlicht die Konsequenzen wiederholten Schwarzfahrens.
Der Fall unterstreicht die anhaltende Debatte über die Finanzierung und Erschwinglichkeit des öffentlichen Nahverkehrs. Während die Bahngesellschaften bestrebt sind, ihre finanzielle Lebensfähigkeit zu erhalten, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Zugänglichkeit für einkommensschwache Personen. Einige argumentieren, dass erschwinglichere Fahrpreisoptionen oder subventionierte Reiseprogramme den Anreiz zum Schwarzfahren verringern könnten.
Die Urteilsverkündung gegen Brohiri ist für einen späteren Zeitpunkt geplant. Das Gericht wird vor der Festlegung der angemessenen Strafe die Schwere und Häufigkeit der Verstöße sowie etwaige mildernde Umstände berücksichtigen. Der Ausgang dieses Falls könnte künftige Strafverfolgungen von Schwarzfahrern beeinflussen und die breitere Diskussion über die Durchsetzung von Bahntarifen prägen.
Discussion
Join the conversation
Be the first to comment