Präsident Trump drohte am Donnerstag mit der Anwendung des Insurrection Act, um Proteste in Minnesota nach der tödlichen Schießerei auf Renee Macklin Good durch einen Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) eine Woche zuvor zu unterdrücken. Die auf Truth Social veröffentlichte Drohung erfolgte nach weiteren Unruhen am Mittwochabend, als ICE-Beamte in Minneapolis einen venezolanischen Einwanderer bei einem versuchten Haftbefehl ins Bein schossen.
Trump erklärte, wenn die Politiker von Minnesota nicht "das Gesetz befolgen und die professionellen Agitatoren und Aufständischen daran hindern, die Patrioten von I.C.E. anzugreifen", werde er den Insurrection Act anwenden. Er fügte hinzu, dass dies bereits viele Präsidenten getan hätten.
Der Insurrection Act ist ein US-Bundesgesetz, das erstmals 1807 erlassen wurde und dem Präsidenten die Befugnis gibt, US-Militärtruppen auf amerikanischem Boden einzusetzen, um zivile Unruhen, Aufstände oder Rebellionen zu unterdrücken. Es ist in Title 10, Sections 251-255 des U.S. Code kodifiziert. Das Gesetz erlaubt es dem Präsidenten, das Militär zur Durchsetzung von Bundesgesetzen einzusetzen, wenn die staatlichen Behörden dazu nicht in der Lage oder nicht willens sind.
Historisch gesehen wurde der Insurrection Act bei zahlreichen Gelegenheiten angewendet, unter anderem während der Bürgerrechtsbewegung, um die Aufhebung der Rassentrennung im Süden durchzusetzen. Die Präsidenten Dwight D. Eisenhower, John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson setzten das Gesetz alle ein, um Bundestruppen zu entsenden, um die Einhaltung der gerichtlich angeordneten Integration zu gewährleisten. In jüngerer Zeit berief sich Präsident George H.W. Bush 1992 während der Unruhen in Los Angeles nach dem Freispruch von Polizisten im Fall Rodney King auf das Gesetz.
Rechtswissenschaftler debattieren über den Umfang und die Grenzen des Insurrection Act. Einige argumentieren, dass er dem Präsidenten weitreichende Befugnisse einräumt, militärische Gewalt innerhalb der Vereinigten Staaten anzuwenden, während andere argumentieren, dass seine Anwendung auf Situationen beschränkt sein sollte, in denen eine klare und gegenwärtige Gefahr für die Durchsetzung des Bundesrechts besteht. Bedenken hinsichtlich potenziellen Machtmissbrauchs und der Militarisierung der innerstaatlichen Strafverfolgung kommen oft auf, wenn das Gesetz in Betracht gezogen wird.
Die Proteste in Minnesota dauern an, und die Staatsbeamten haben noch keine Bundeshilfe angefordert. Es bleibt abzuwarten, ob Präsident Trump seine Drohung, den Insurrection Act anzuwenden, wahr machen wird. Der potenzielle Einsatz von Bundestruppen könnte die Spannungen eskalieren und die Situation weiter anheizen, was erhebliche rechtliche und politische Fragen über die Rolle des Militärs in inneren Angelegenheiten aufwirft.
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