In Uganda wurden nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, die von einer Internetsperre und Betrugsvorwürfen des Oppositionskandidaten Bobi Wine überschattet waren, die Stimmen ausgezählt. Wine, ein Präsidentschaftskandidat, behauptete in einem Social-Media-Post, dass im ganzen Land "massives Wahlzettelstopfen" gemeldet worden sei, lieferte aber keine Beweise. Er behauptete auch, dass zahlreiche Wahlhelfer und Aufseher seiner National Unity Platform (NUP) Partei "entführt" oder aus den Wahllokalen vertrieben worden seien.
Die ugandischen Behörden haben noch nicht auf Wines Anschuldigungen des Wahlbetrugs oder die angebliche Zielsetzung gegen die Vertreter seiner Partei reagiert. Die Wahlkommission hat sich noch nicht zu den konkreten Vorwürfen geäußert.
Wähler in der Hauptstadt und anderen Gebieten erlebten erhebliche Verzögerungen, die teilweise bis zu vier Stunden dauerten. Diese Verzögerungen wurden auf Fehlfunktionen der biometrischen Geräte zur Überprüfung der Wähleridentität zurückgeführt, die einige mit dem landesweiten Internetausfall in Verbindung brachten. Auch der Mangel an Wahlmaterial und die verspätete Ankunft von Ausrüstung in einigen Wahllokalen trugen zu den verlängerten Wartezeiten bei.
Die Wahlkommission erklärte, dass jede Person, die sich bis zum planmäßigen Schließungszeitpunkt um 17:00 Uhr Ortszeit (14:00 Uhr GMT) in der Schlange befand, wählen dürfe. Die Wahlbehörde hatte sich zuvor für die aufgetretenen "technischen" Probleme entschuldigt.
Bei der Wahl tritt der amtierende Präsident Yoweri Museveni, der seit 1986 an der Macht ist, gegen Bobi Wine an, einen Popstar, der sich zum Politiker gewandelt hat und vor allem bei jüngeren Wählern große Unterstützung gefunden hat. Musevenis lange Amtszeit war von Phasen des Wirtschaftswachstums und der Stabilität geprägt, aber auch von Vorwürfen des Autoritarismus und der Menschenrechtsverletzungen. Wines Wahlkampf konzentriert sich auf die Themen Korruption, Ungleichheit und die Notwendigkeit eines Generationswechsels.
Der Ausgang der Wahl wird sowohl innerhalb Ugandas als auch international aufmerksam verfolgt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich in den kommenden Tagen von der Wahlkommission bekannt gegeben. Die Abschaltung des Internets und die Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten haben Bedenken hinsichtlich der Transparenz und Fairness des Wahlprozesses aufgeworfen.
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