Eine vorgeschlagene Vermögenssteuer in Kalifornien stößt auf Kritik, wobei der Budgetexperte Kent Smetters argumentiert, dass sie ein ineffizientes Instrument zur Einnahmengenerierung wäre. Smetters, ein Professor der Wharton School und Fakultätsleiter des Penn Wharton Budget Model (PWBM), sagte gegenüber Fortune, dass die Maßnahme "aus einem perfekten Sturm des Wahnsinns im aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Klima geboren wurde", der populistische Ideen attraktiv macht.
Smetters' Analyse deutet darauf hin, dass die Besteuerung der Ultrareichen nicht den erwarteten Einnahmezuwachs für den Staat generieren würde, der derzeit mit einem erheblichen Haushaltsdefizit zu kämpfen hat. Er führt dies auf Verhaltensökonomie und die "Geldillusion" zurück, Konzepte, die beschreiben, wie Einzelpersonen oft irrationale finanzielle Entscheidungen auf der Grundlage von wahrgenommenen und nicht tatsächlichen Werten treffen. Das PWBM, das in Washington D.C. weit verbreitet ist, analysiert die fiskalischen und makroökonomischen Auswirkungen der Bundespolitik.
Die vorgeschlagene Vermögenssteuer Kaliforniens hat Einwände aus verschiedenen Kreisen hervorgerufen, darunter von Gouverneur Gavin Newsom, der, obwohl er Verbindungen zur Milliardärsklasse hat, von einer alleinerziehenden Mutter aufgezogen wurde. Tech-Unternehmer wie Anduril-Gründer Palmer Luckey sowie die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin haben ebenfalls ihren Widerstand geäußert, wobei einige Berichten zufolge erwägen, den Staat zu verlassen.
Die Debatte um die Vermögenssteuer verdeutlicht die Herausforderungen, die mit dem Einsatz von Steuern zur Bekämpfung von Einkommensungleichheit und Haushaltsdefiziten verbunden sind. Die Verhaltensökonomie legt nahe, dass hohe Steuern wohlhabende Personen dazu anregen können, ihr Vermögen oder ihren Wohnsitz zu verlagern, was potenziell die gesamte Steuerbasis verringern könnte. Die "Geldillusion" bezieht sich auf die Tendenz, Vermögen in nominalen statt in realen Werten zu betrachten, was zu Fehlwahrnehmungen über die Auswirkungen von Steuern auf die Kaufkraft führen kann.
Das aktuelle wirtschaftliche und soziale Klima, das von wachsender Einkommensungleichheit und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt ist, hat die Unterstützung für populistische Maßnahmen wie Vermögenssteuern verstärkt. Experten wie Smetters warnen jedoch, dass diese Maßnahmen unbeabsichtigte Folgen haben und ihre beabsichtigten Ziele verfehlen könnten. Die Zukunft der vorgeschlagenen Vermögenssteuer Kaliforniens bleibt ungewiss, da die Legislative des Staates weiterhin über ihre Vorzüge und potenziellen Auswirkungen debattiert.
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