Gesetzgeber der Europäischen Union stehen kurz davor, die Genehmigung eines Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten zu blockieren, nachdem Präsident Donald Trump mit der Verhängung von Zöllen gegen Nationen gedroht hat, die Grönland unterstützt haben. Manfred Weber, Präsident der Europäischen Volkspartei (EVP), der größten politischen Gruppe im Europäischen Parlament, erklärte am Samstag, dass eine Einigung mit den USA derzeit nicht erreichbar sei.
Weber gab über soziale Medien bekannt, dass die EVP zwar grundsätzlich das EU-US-Handelsabkommen befürwortet, Trumps Drohungen bezüglich Grönland die Genehmigung jedoch "in dieser Phase" unmöglich machen und dass das EU-Abkommen zur Senkung der Zölle auf US-Produkte auf Eis gelegt werden müsse. Das EU-US-Handelsabkommen, das ursprünglich von der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und Trump im vergangenen Sommer geschlossen wurde, ist bereits in Kraft, bedarf aber noch der formellen Zustimmung des Parlaments.
Das Abkommen sieht einen US-Zoll von 15 % für die meisten EU-Waren im Gegenzug für die Abschaffung der Zölle der EU auf US-Industriegüter und ausgewählte Agrarprodukte vor. Wenn sich die EVP-Abgeordneten mit linksorientierten politischen Gruppen zusammenschließen, werden sie voraussichtlich über genügend Stimmen verfügen, um die Genehmigung des Abkommens zu verzögern oder ganz zu blockieren.
Der konkrete Anstoß für Trumps Zolldrohung rührt von einem Streit um Grönland her, wobei die Details noch begrenzt sind. Der drohende Zusammenbruch des Handelsabkommens verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen den USA und der EU in Handelsfragen. Die Situation fügt den transatlantischen Beziehungen, die bereits durch Meinungsverschiedenheiten über Verteidigungsausgaben, Klimawandel und das iranische Atomabkommen belastet sind, eine weitere Ebene der Komplexität hinzu.
Die Entscheidung des Europäischen Parlaments, das Handelsabkommen möglicherweise zu blockieren, spiegelt eine Verhärtung der Haltung gegen das wider, was einige als protektionistische Handelspolitik der Trump-Administration ansehen. Die Zukunft des Abkommens hängt nun davon ab, ob die EVP ihre Drohung wahr macht und ob ein Kompromiss erzielt werden kann, um die durch Trumps Zolldrohungen aufgeworfenen Bedenken auszuräumen. Die Parlamentsabstimmung wird in den kommenden Wochen erwartet.
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