Europäische Staats- und Regierungschefs haben die Drohung von US-Präsident Donald Trump verurteilt, Zölle gegen Länder zu verhängen, die sich seinen Bemühungen zum Erwerb Grönlands widersetzen. Die acht Nationen, die von den vorgeschlagenen Zöllen betroffen sind, gaben am Sonntag eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie ihre einheitliche Unterstützung für Dänemark und die Bevölkerung Grönlands, eines teilautonomen Gebiets Dänemarks, zum Ausdruck brachten.
Der Schritt von Trump folgt auf wochenlange, zunehmende Spannungen, nachdem seine Regierung öffentlich Interesse am Kauf der arktischen Insel bekundet hatte. Dänemark hat die Vorstellung, Grönland zu verkaufen, wiederholt zurückgewiesen, was Trumps Drohung mit Wirtschaftssanktionen zur Folge hatte.
"Diese Zölle sind ein unverhohlener Versuch, souveräne Nationen zu schikanieren und die internationale Zusammenarbeit zu untergraben", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. "Wir stehen fest an der Seite Dänemarks und Grönlands gegen diese ungerechtfertigte Aggression." Die Erklärung nannte nicht die spezifischen Staats- und Regierungschefs, die sie unterzeichnet haben.
Die Aussicht auf einen Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten ist nicht nur in Europa, sondern auch in Grönland selbst auf breite Kritik gestoßen. Am 17. Januar 2026 demonstrierten Tausende von Grönländern in Nuuk, der Hauptstadt, und schwenkten grönländische Flaggen als Protest. Die Demonstration zog laut lokalen Berichten fast ein Drittel der Stadtbevölkerung an.
Grönland ist zwar Teil des Königreichs Dänemark, verfügt aber über ein beträchtliches Maß an Selbstverwaltung und verwaltet seine eigenen inneren Angelegenheiten. Dänemark ist für die Außenpolitik und Verteidigung Grönlands zuständig. Die strategische Lage der Insel in der Arktis mit ihrem Potenzial für Rohstoffgewinnung und militärische Positionierung ist seit langem von Interesse für globale Mächte.
Auch die Europäische Union hat sich in den Streit eingeschaltet, und Beamte in Brüssel warnten, dass die Zölle einen Handelskrieg auslösen könnten. "Die EU steht solidarisch an der Seite ihrer Mitgliedstaaten und Partner", sagte ein Sprecher der Europäischen Kommission. "Wir sind bereit, angemessen zu reagieren, um unsere Interessen zu schützen."
Die Vereinigten Staaten haben noch nicht offiziell bekannt gegeben, wann die Zölle in Kraft treten werden. Die Situation ist weiterhin im Fluss, und es werden diplomatische Anstrengungen unternommen, um die Spannungen abzubauen. Die Androhung von Zöllen hat jedoch bereits einen Schatten auf die transatlantischen Beziehungen geworfen und Bedenken hinsichtlich der Zukunft des internationalen Handels und der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit aufgeworfen.
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