Ein philippinisches Gericht hat die Journalistin Frenchie Mae Cumpio am Donnerstag wegen Terrorismusfinanzierung schuldig gesprochen und sie zu über einem Jahrzehnt Gefängnis verurteilt. Das Urteil löste Empörung bei Menschenrechts- und Presseorganisationen aus, die es als Angriff auf die Pressefreiheit anprangerten. Cumpio und ihre ehemalige Mitbewohnerin Marielle Domequil wurden vom Regionalgericht in Tacloban City zu einer Haftstrafe von 12 bis 18 Jahren verurteilt.
Cumpio und Domequil sind seit ihrer Verhaftung im Jahr 2020 inhaftiert. Während sie wegen Terrorismusfinanzierung verurteilt wurden, wurden sie vom Besitz von Schusswaffen und Sprengstoff freigesprochen. Vor ihrer Verhaftung berichtete Cumpio, eine Radioreporterin und Autorin für Eastern Vista, über Gemeinde- und Lokalpolitik in der Region Eastern Visayas. Die Behörden behaupteten, ihre Berichterstattung habe kommunistische Aufständische begünstigt.
Kritiker sehen Cumpios Fall als ein Beispiel für "Red-Tagging", bei dem philippinische Behörden Kritiker mit kommunistischen Aufständischen in Verbindung bringen. Ihre Verhaftung erfolgte während der Präsidentschaft von Rodrigo Duterte. Es wird erwartet, dass Menschenrechtsorganisationen gegen das Urteil Berufung einlegen und sich weiterhin für Cumpios Freilassung einsetzen werden.
Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Pressefreiheit auf den Philippinen. Red-Tagging ist ein anhaltendes Problem, das die Angst vor Selbstzensur unter Journalisten verstärkt. Das Urteil verschärft die Kritik an der Vorgehensweise der philippinischen Regierung gegenüber Dissens.
Cumpios Anwaltsteam wird voraussichtlich Berufung einlegen. Es wird erwartet, dass internationale Presseorganisationen den Druck auf die philippinische Regierung erhöhen werden. Der Fall wird weiterhin ein zentraler Punkt in Diskussionen über Menschenrechte und Pressefreiheit auf den Philippinen sein.
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